"ICH"
- das Konstrukt -

„Bewusstsein ist kein Zustand.
Es ist ein Gespräch.“

Meine Schritte

Ich kenne die Angst vor den gruseligen Dingen in meinen Gedankenkellern. Die Angst davor, sich nicht authentisch zeigen zu dürfen oder zu können – oft nicht mal im direkten familiären Umfeld.

 

Früh lernte ich soziale Strategien, die mir mehr oder weniger nützlich  waren. Manche brauchte ich nur vorübergehend. Einige habe ich als „Blinde Flecken“ vermutlich heute noch nicht erkannt. Ohne gesundes Selbstbild, gesunde Erwachsene im Umfeld und einem massiv erschütterten Sicherheitsempfinden bildete sich wohl auch meine neuronale Struktur, die schlussendlich die volle AD(H)S-Symptomatik „freischaltete“.

 

Nachdem also nun jahrzehntelang meine Amygdala mein Alarmsystem ausgeleiert hat, bin ich inzwischen aus einem Umfeld ausgestiegen, das mir meine eigenen Dramen gespiegelt hat.

 

Anpassung war mein Überlebensstil.
Ich war ständig damit beschäftigt, irgendetwas zu regulieren – meistens mich selbst. Reizüberflutung, Überforderung, ein unsicheres Umfeld – ich habe das meiste in mir drin gelagert und sortiert, lange bevor es jemand merken konnte. Das ist nicht dasselbe wie „Verarbeiten“.

 


Der natürliche Wunsch, ohne Missverständnisse gehört zu werden, führte dazu, dass ich früh meinen Sprachgebrauch trainiert habe – und gelernt habe, mich sehr unterschiedlich auszudrücken.
Dummerweise hat genau das auch meine Fähigkeit geschärft, meine alten Schutzmechanismen gut zu verpacken – vor anderen, aber vor allem vor mir selbst.

 

Man könnte sagen, ich wäre zu oft mit meinem Kopf allein gewesen, aber derlei Dinge sind es, mit denen ich mich am Besten auskenne – ungeachtet der Baustellen, die ich noch habe. 

(Mögen sie mir nie ausgehen.)

 

Um  diese Baustellen nicht einfach nur zu sehen, sondern tatsächlich „Innere Arbeit“ zu tun, gab es nur einen logischen Weg:

 

Das Einnehmen einer inneren Ausrichtung, die unvermeidbar in mehr Authentizität und somit Gelassenheit mit sich selbst mündet.

 

Diese Erfahrungen möchte ich mit euch teilen.

 

Neurodivergent, tief, verwundbar – und echt.

Meine Wege

Irgendwann habe ich verstanden, dass ich nicht noch mehr Rechtfertigungen für meine Defizite brauche.
Ich musste anfangen, mich ernst zu nehmen – nicht im Sinne von „groß denken“, sondern im Sinne von: nicht mehr übergehen, wenn längst klar ist, dass etwas nicht stimmt.

 

Ich bin kein Heiler. Kein Schamane.
Ich bin auch kein Coach geworden – immerhin arbeite ich nicht mit Zielmotivation.
(Die meisten AD(H)S-ler oder Neurodivergenten würden diesen Ansatz vermutlich auch belächeln – „darf es noch etwas mehr professionelle Distanz sein?“)

 

Mein Interesse galt immer Selbsterkenntnis, Selbstverständnis, Sinn und Selbstwert. Ich habe jahrelang an meinem eigenen Dasein herumanalysiert – mit Philosophien, Entheogenik, Diagnosen, Dissoziationsmustern, Hirnforschung, Human Design, Gurdjieff, Castaneda, Schamanismus … (Jetzt neu: auch mit ChatGPT …)

 

Und dann wieder ganz konkret: im Körper, mit Tee, Breathwork, Schwimmen, Reizfilterung – und Pausen, die echt gebraucht wurden.

Heute spreche ich mit Menschen, die an ähnlichen Punkten stehen:
Zerfleddert im Kopf, zu wach, zu müde, zu tief drin, unsortiert – aber ehrlich genug, keine Verarsche mehr zu wollen. Auch nicht von sich selbst.

 

Ich arbeite mit Sprache. Mit Runen. Mit Struktur.
Es hilft mir Dinge begreifbar und ausdrückbar zu machen, die ich früher nur erahnt oder ertragen habe.
Diese Dinge sind für mich keine Werkzeuges. Sie sind mein lebendig gewachsener Stil.

 

Ich höre zu, frage zurück, übersetze.
Ich halte aus, wenn etwas nicht klar ist.
Ich kann das inzwischen – weil ich lange genug selbst da drin war.

Was ich anbiete, ist kein „Format“.

 

Es ist ein Weg, auf dem Dinge gesagt werden können,

die sonst weder Ort noch Sprache haben.

 

Nicht perfekt. Nicht glatt.
Aber: Es macht innerlich weit.

 

Wenn du willst.

"Bewusstseinsarbeit ist für mich keine Methode, sondern ein lebenslanger und lebendiger Prozess."

Strider

Bevor du fragst…

to stride, strode, stridden

„Strider“ hat eine alte Wortwurzel.

Es entstammt dem Westgermanischen (strīdaną) und dem späteren Altenglischen (strīdan).
Es bedeutet: „gehen, mit langen, entschlossenen Schritten. Ausschreiten“
Und auch: „streiten, ringen, sich durch etwas hindurch bewegen.“

Dieser doppelte Ursprung ist für mich sehr treffend.
Viele (neurodivergente) Menschen erfahren das Leben nicht als geraden Weg, sondern als ein Ringen mit Erwartungen, Reizen, Strukturen.
Als Bewegung durch Räume, die nicht für sie gemacht wurden.

Trotzdem gehen sie weiter.

Ich wurde mit 49 Jahren diagnostiziert – ADHS im Erwachsenenalter, Komorbiditäten.
Ich habe einen eigenen Rhythmus. Eine eigene Sprache.
Ein inneres Wissen, das leise bleibt, wenn alles zu laut wird – aber nie ganz verschwindet.

So ist „Strider“ weniger Rolle, sondern eher Prozess.
Nicht „Person“, sondern Verbindung zu meiner Essenz. 

  Die profane Beschreibung meines Wahren Namens.